Erste Eindrücke von OpenOffice 3.0


Hallo,

Seit dem 13. Oktober 2008 steht die finale Version von OpenOffice 3.0 zum Download bereit.

Da nicht damit zu rechnen ist, dass OpenOffice es ins Ubuntu 8.10 schafft, welches in 13 Tagen freigegeben wird (Die Entwicklung von Ubuntu 8.10 ist bereits im Freeze-Stadium), habe ich beschlossen OpenOffice 3.0 gleich unter meinem Ubuntu 8.04 zu installieren.

Interessant dürfte diese Version außerdem für Mac-User sein, da es erstmals eine native Mac-Version gibt.

Ein Installations-Howto gibts ganz unten.

Vorerst mal ein kurzer, erster Einblick in das Programm:

Erster Einblick

Der erste augenscheinliche Unterschied ist, dass es nicht mehr verschiedene Starter für die jeweiligen Office-Programme gibt (OpenOffice Text, Calc, Base, Impress, Draw), sondern nur einen einzigen Starter, der viel mehr hergibt als sein Vorgänger in OpenOffice 2.4.

Aufgrund der Ubuntu-spezifischen Installation, die ich gewählt habe, starte ich OpenOffice 3.0 über einen einzigen Starter. Also wähle ich nicht im Menü aus „OpenOffice Text“, “ .. Impress“, “ .. Calc“ oder so, sondern habe nur eine Verknüpfung für OpenOffice 3.0 angelegt.

Natürlich gibt es weiterhin die gewohnten Starter (bei einer Installation unter Windows zB automatisch wie gewohnt) – jedoch kommt dieser „neue“ Starter mit einem viel besseren Aussehen daher als es in früheren Versionen der Fall war.

Beim Start Klick auf die Verknüpfung im Startmenü zeigt sich wie gewohnt ein Splash-Screen:

oo3-splash

Es fällt stark auf, dass das OpenOffice 3.0 um einiges schneller als der Vorgänger 2.4 lädt.

Nach dem Splashscreen hat man vor sich eine in meinen Augen ansprechend gestaltete Oberfläche, bei der man wählen kann, was man tun möchte (also erst hier wird das jeweilige Office-Programm intitialisiert)

oo3-startup

Hinweisen möchte ich auf die Symbole im rechten unteren Bereich des Auswahlfensters. Hier lassen sich vorgefertigte, zusätzliche Vorlagen und Plugins aus dem Internet herunterladen. Beim Klick auf eines der Symbole öffnet sich der Standardbrowser des Systems. Hat man ein Plugin gefunden kann man es herunterladen und doppelklicken, oder gleich dem Browser sagen, er solle es mit OpenOffice 3.0 öffnen.

Automatisch lädt dann der Plugin-Manager von OpenOffice 3.0 und führt die Installation durch.

Ein Interessantes Plugin am Rande: der Sun PDF Import. Ist zwar noch Beta, läßt aber das Editieren von PDFs zu!

Die Oberfläche von OpenOffice 3.0 ist grundsätzlich nicht viel anders als gewohnt. Ich empfinde das ebenfalls als sehr angenehm. Auf solche Experimente, wie Microsoft es beim Office 2007 gemacht hat, kann ich gerne verzichten.

oo3-text

Das Augenmerk möchte ich aber auf den rechten unteren Bereich richten. Hier sehen wir zwei großartige Neuerungen:

  1. Die Doppelseiten-Ansicht um zwei Seiten nebeneinander zu vergleichen ist nun sehr bequem erreichbar
  2. Der Zoom läßt sich über einen Slider fast stufenlos einstellen

Ansonsten sind die Symbole ein wenig verkleinert worden, wodurch mehr Platz für das Dokument selbst am Bildschirm bleibt. Dennoch hatte ich keine Probleme das richtige Symbol zu finden.

Ein weiteres, äußerst wichtiges Feature ist die Kompatibilität mit OOXML. OpenOffice 3.0 kann selbstverständlich keine OOXML-Dateien (.docX etc.) speichern, aber immerhin kann es diese öffnen. Ich habe das bei ein paar Dateien probiert und es hat problemlos geklappt. Möchte man das Dokument speichern, schlägt OpenOffice halt einfach das Standarddokumentenformat vor (odt bzw. doc)

Alles in allem:

  • Sehr gelungen!
  • Sehr empfehlenswert!
  • Ein weiterer Grund kein unnötiges Geld für MS Office rauszuschmeissen

R.S.

Installation unter Ubuntu 8.04

Man wähle aus der Download-Sektion den richtigen Download (Deutsch, Linux .deb –> direktlink)

Nach erfolgtem Download entpackt man den Inhalt der gezipten Tar-Datei.

Im Terminal wechselt man in das Verzeichnis und dann in das Unterverzeichnis DEBS.

Möchte man ausschließlich OpenOffice 3.0 verwenden und OpenOffice 2.4 ersetzen, ist das der richtige Zeitpunkt OpenOffice 2.4 über die Paketverwaltung zu entfernen!!! Es ist aber auch kein Problem beide Versionen parallel installiert zu lassen, da OpenOffice 3.0 nach /opt/openoffice3/ installiert wird.

Mittels des Befehls sudo dpkg -i *.deb wird nun das gesamte OpenOffice 3.0 installiert.

Nun wurden aber noch keine Starter angelegt und auch die Programmverknüpfungen nicht angepasst. Daher gibt es dafür jetzt zwei Möglichkeiten:

  1. Selbst Hand anlegen: Der Start von OpenOffice 3.0 erfolgt über den Befehl „/opt/openoffice.org3/program/soffice“. Also einfach einen Menüpunkt dafür anlegen lassen bzw. bei Dateien rechten Mausklick „Öffnen mit“ und den Befehl eintippen….
  2. Das Paket für die „desktop-integration“ installieren. Dazu wechselt man aus dem Verzeichnis DEBS ins Unterverzeichnis „desktop-integration“ (cd desktop-integration) und gibt nochmal ein sudo dpkg -i *. (Bzw. nachdem es nur 1 Paket ist kann man es natürlich aus dem Nautlius per Doppelklick öffnen)

Viel Spaß mit OpenOffice 3.0

R.S.

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3 Gedanken zu “Erste Eindrücke von OpenOffice 3.0

  1. Ich empfinde es wirklich als großen Rückschritt, dass es keine direkten Programmstarter mehr gibt.

    BTW: Installation unter OSX ist denkbar simpel. DMG runterladen, öffnen und Openoffice ins Programmverzeichnis schieben.
    Natürlich kann man das auch im Terminal erledigen. 😉

  2. Das hast du dann leider falsch verstanden. Die direkten Programmstarter lassen sich sehr wohl wie früher anlegen. Bei der Windows-Installationsroutine wird das auch gemacht und ich nehme an wenn man dann später OpenOffice in ubuntu oder so hat, wird es sie auch geben.

    Im Gegensatz zu Vorversion OpenOffice 2.4 ist der jetzige „All-in-One“-Starter halt viel aufgeräumter und gefällt mir sehr gut.

    Tja…. unterm Mac ist schon klar, dass es mim DMG leicht geht. Wird ja später auch mal in der Paketverwaltung von Linux einfach zu installieren gehen, aber Ubuntu wird das halt erst bei der nächsten Version einbauen (hab ich ja in meinem Beitrag erwähnt)

  3. Hallo,

    ich habe die Sache mit den Startern nochmal ausprobieren wollen.

    Habe zuerst alles deinstalliert (sowohl OO 2.4, als auch OO 3.0), hab alle manuell gesetzten Starter entfernt und das Paket nochmal runtergeladen.

    Im Installer für Redhat (RPM) ist sogar ein grafischer Installer dabei – seltsam, dass man den der Debian-Version nicht spendiert hat….

    Dennoch – die Installation über sudo dpkg -i * funktioniert problemlos. Doch – jetzt der Clou: Die Starter erhält man, indem man noch in den Ordner „desktop-integration“ wechselt und dort ebenfalls alle Pakete installiert.

    Ich bau das eben mal noch in die Anleitung ein.

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