eEducation?

Ab Herbst 2016 werden alle bisherigen eLearning-Initiativen als Teil der bundesweiten Initiative eEducation Austria geführt, die alle digitalen Bestrebungen im Bildungsbereich über alle Schultypen hinweg zusammenfasst. Da stellt sich natürlich die Frage: ist das alter Wein in neuen Schläuchen, oder hat sich substantiell etwas getan?

In Folge möchte ich dieser Frage auf den Grund gehen und erläutern, was eine Mitgliedschaft bei eEducation überhaupt bringt.

Was ist strukturell neu?

Bisher haben die verschiedenen eLearning Netzwerke (eLearning Cluster, eLSA, NMS-Vernetzung, …) ihre ganz unterschiedlichen Kulturen und Wirkmuster gehabt, die sehr stark auf die jeweiligen Schultypen zugeschnitten waren und/oder sich einfach historisch ergeben haben. Über alle Netzwerke gleich war jedoch das Faktum, dass eLearning an den Standorten nur von sehr wenigen getragen wurde. Daher ist die eLearning Community in Österreich auch sehr eng vernetzt, weil „man sich kennt“.

Mit eEducation soll nun eine österreichweite Community über alle Schultypen von der Primarstufe bis zur Sekundarstufe II entstehen, die also die Vielfalt und unterschiedlichen Bedürfnisse aller Schulen berücksichtigt. Das große Ziel ist es den eLearning-Gedanken an den – etwa 600 Expertenschulen – einer breiteren Basis zu vermitteln, aber auch die Anzahl an Schulen überhaupt massiv zu erhöhen.

Die Koordination dieser Community soll ein Bundeskoordinationszentrum an der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich übernehmen. Außerdem wurden über alle Bundesländer hinweg insgesamt 49 Bundeslandkoordinatoren/innen eingesetzt, die auch schon in den bisherigen eLearning Netzwerken maßgeblich beteiligt waren und die Schulen kennen.

Was ist inhaltlich neu?

Das System zur Einstufung von Mitgliedern basiert auf einem Katalog an Aktivitäten, für die eine Schule „Punkte“ (=Badges) sammelt. Kommen genügend Badges in einem Jahr zusammen, so wird die Schule zur Expert-Schule. Dies kann also die Schule selbst steuern. Expert-Schulen haben den Vorteil, dass sie für Aktivitäten Fördergelder für Projekte, Fortbildungsveranstaltungen etc. vom Bundeszentrum beantragen können.

Wesentlich ist dabei, dass diese Aktivitäten sehr vielfältig sind. Das bedeutet einerseits eine Möglichkeit für Schulen eigene Schwerpunkte zu setzen und diese nach Außen darzustellen, andererseits ist aber auch eine viel stärkere Vernetzung innerhalb der Schule  erforderlich um viele Aktivitäten von Kollegen/innen zu sammeln und zu dokumentieren, die zwar teilweise auch bisher erbracht wurden, aber eher unkoordiniert passiert sind. Ebenso ist es bei vielen „kleineren“ Aktivitäten leichter möglich Kollegen/innen dafür zu gewinnen, sich einmal mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Was bringt den Schulen eine Mitgliedschaft?

Nun komme ich schon zu einer wichtigen Frage, die sehr häufig gestellt wird – Was bringt einer Schule die Mitgliedschaft?

Am Anfang steht die Erkenntnis.

Am Anfang steht die Erkenntnis, dass wir im 21. Jahrhundert angekommen sind und das Thema der Digitalisierung behandelt werden muss um eine Schule fit für die Zukunft zu machen. Eine solche Erkenntnis an einer Schule führt unweigerlich zum Bedarf eLearning als Teil der Schulentwicklung zu verstehen und voranzutreiben.

Die eEducation-Community ist hier eine gute Anlaufstelle für neue Schulen. Bundeslandkoordinatoren/innen unterstützen bei der Findung einer Expert-Schule als Partner, die bei den ersten Schritten unterstützt. Der Aktivitätenkatalog stellt einen Maßnahmenkatalog für die Schulentwicklung dar, aus dem man sich bedienen und inspirieren lassen kann. Gemeinsam mit der Expert-Schule können Aktivitäten wie SCHILF (=Schulinterne Lehrer/innen-Fortbildung), SCHÜLF (=Schulübergreifende Lehrer/innen-Fortbildung) oder gemeinsame Projekte mit Förderung durch das Bundeszentrum organisiert werden. (Die Expert-Schule beantragt die Förderung!)

Der Clue ist, dass die Förderung für diese Aktivitäten den durchführenden Lehrkräften direkt zugute kommt. Die Schule profitiert also von der Schulentwicklung und der Community, die Lehrkräfte professionalisieren sich ebenfalls als Teil der Community und können ihr außerordentliches Engagement (welches sich ja praktisch immer außerhalb der Dienstverpflichtung abspielt) eine Abgeltung beantragen.

Alter Wein in neuen Schläuchen?

Nein, sicherlich nicht. Zum ersten Mal wurde eine so große Vernetzungsplattform über alle Schultypen und -stufen hinweg geschaffen. Ein System wurde definiert, welches eine Struktur zur Schulentwicklung aufzeigt und dabei horizontale und vertikale Partnerschaften zwischen Schulen fördert. eEducation ist ein solider Grundstein für die weitere Entwicklung des österreichischen Schulwesens.

Auch wenn noch viele Herausforderungen vor uns stehen bin ich davon überzeugt, dass sich dieses Thema ein großes Stück in die richtige Richtung bewegt hat!

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