Was bedeutet eLearning an Schulen?


Wenn ich jemandem sage, dass ich mich für den Einsatz von eLearning an Schulen einsetze, ernte ich oft fragende Blicke. Da wird sehr häufig der Begriff „eLearning“ auf elektronisch unterstützten Fernunterricht reduziert. Das hätte natürlich an Schulen wenig Platz (zumindest unter den aktuell geltenden Gesetzen….)

Oft wird hier auf die Vermittlung „digitaler Kompetenzen“ verwiesen. Häufig wird das sogar noch reduziert auf die Fähigkeit mit technischen Geräten / Programmen umzugehen. Beides trifft aber nicht wirklich zu. Beim Thema eLearning an Schulen geht es um viel mehr.

Wenn Schulen das Thema „eLearning“ aufgreifen, so ist es eigentlich das Bekenntnis der Schule anzuerkennen, dass wir im 21. Jahrhundert angekommen sind und es darum geht einen Schulentwicklungsprozess in Gang zu setzen, der die Schule (und damit alle Stakeholder der Schule) fit für das 21. Jahrhundert macht.

Die Lehrer/innen müssen sich neuen Gegebenheiten anpassen,
das „Denken in Fächern“ ist obsolet!

Ein tolles Video in diesem Zusammenhang möchte ich erwähnen. Es stammt von Smithsonian mit dem Titel „What ist 21st century education?

Zur Etablierung einer neuen Rolle für Lehrer/innen im Schulkontext ist die Digitalisierung ein wichtiger Teilbereich. Alle Stakeholder an Schulen müssen das Thema „Digitalisierung“ als Teil der Schulentwicklung anerkennen und entsprechende Schritte setzen.

Die zuvor erwähnten digitalen Kompetenzen sind eine Grundvoraussetzung um den Mehrwert digitaler Technologien und Lehrmethoden überhaupt einsetzen zu können. Der Start der eLearning Bestrebungen liegt daher sehr häufig darin diese digitalen Kompetenzen bei Lehrkräften und Schüler/innen zu fördern und sicherzustellen.

Das Netzwerk eEducation Austria, welches Schulen über alle österreichischen Schultypen hinweg vernetzt, hat übrigens einen eigenen Maßnahmenkatalog in Form von „Badges“ zusammengestellt, anhand dem Schulen ihre eLearning Strategie mit konkreten Aktivitäten planen und ausrichten können.

Bei der Frage worum es nun bei eLearning geht ist eine mögliche Antwort:

„Es geht beim Thema ‚eLearning an Schulen‘ darum eine höhere Bildungsqualität zu erzielen, indem man den Mehrwert technologischer Hilfsmittel für die Didaktik und Pädagogik nutzbar macht und die Methodenvielfalt erhöht.“

Ich halte diesen Hinweis „Mehrwert“ als sehr essentiell, denn Technologie als Selbstzweck hat keinen Platz. Wichtig ist in jedem  Fall die Reflexion darüber, worin nun der Mehrwert des Einsatzes digitaler Technologien/Medien liegt und die Entscheidung, ob diese daher eingesetzt werden sollten, oder nicht.

Eine kleine Anmerkung noch: Qualitätssteigerung wird nicht in kWh gemessen!

R.S.

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2 Gedanken zu “Was bedeutet eLearning an Schulen?

  1. Die gesamte Diskussion über e-learning und die damit verbundenen „Heilsversprechen“ wird manchmal unter Verwendung des Begriffs „Bildungsqualität“ und anderen Schlagwörtern geführt. (Siehe auch die Präsentation im Film von Smithsonian.) Eine genaue Definition des Begriffs fehlt, damit ist auch nicht klar, was unter einer „höheren Bildungsqualität“ zu verstehen ist. Das scheint in der öffentlichen Diskussion aber nicht so wichtig zu sein … Genau darum geht es jedoch: Die Formulierung eines (zumindest temporär) beständigen, klaren Zieles, das dann als Basis für jede Art von Lernen (und Lehren) herangezogen werden kann.Dabei kann auch herauskommen, dass der Einsatz elektronischer Medien für einige Bereiche „keinen Mehrwert“ bietet.Und ebenso wichtig ist es, darüber nachzudenken („Sapere aude“) wem der Einsatz von e-learning wirklich nützt!

  2. Vielen Dank für den Kommentar. Leider kann ich in meinem Beitrag keine „Heilsversprechen“ erkennen. Klar ist, dass die „Erhöhung von Bildungsqualität“ ein Wunsch ist, der erst durch eine Zieldefinition mit Leben erfüllt werden muss. Hier wird es aber nie einen Konsens geben können, weil die Ideen was „gute“ Lehre ausmacht, oder wie „gut“ gelernt werden kann, sehr heterogen sind.

    Für mich persönlich drückt sich diese „Bildungsqualität“ unter anderem im Erfolg der Schüler/innen aus, die möglichst viel des Gelernten langfristig behalten und Freude am Lernen erfahren sollen. Natürlich gibt es auch ökonomische Vorteile, die je nach Ausprägung in Einsparungen (schlecht) oder alternativen Investitionen (gut) münden können.

    Die Digitalisierung findet statt und es ist daher wichtig aufzuzeigen wo Investitionen Sinn machen, weil sie (Umkehrschluss) zu einer „Erhöhung der Bildungsqualität“ führen.

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